MYSTIC SEA

“Höret ihr Völker östlich des Kratersees. Ich, Markon, Prinz von Arongar, habe das Reich von Kumman mit seiner herrlichen Hauptstadt Kum eingenommen und rufe hiermit das neue Königreich der Menschen von Kumman aus und kröne mich, als Markon I., zum neuen König von Kumman.

Das 12. Modul von Legends
Aktuell gültige Version 1.5

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Ein Auszug aus dem Modul:

Die Siedler
Die Karte von Calderan lag vor ihm ausgebreitet, zumindest von jenem nördlichen Teil, der ihm und seinem Volk bekannt war, doch Mavras hätte gar keine Karte gebraucht, er ahnte auch so, woher die Gefahr drohte.
Seefahrende Orks (wer hat so etwas schon gesehen?) drangen hoch im Norden in sein Land ein. Er konnte sie zwar zurückwerfen, doch sie würden wieder kommen. Und der Süden, da hatte er wirklich Sorgen.
Sein Königreich Arongar war in Gefahr, in grosser Gefahr. Ja, er hatte zuviel gewagt, oder besser gesagt, er hatte sich den falschen Zeitpunkt für seine Offensive gegen das südliche Reich Kumman ausgesucht. Kaum waren seine Truppen tief im Süden in die ersten Scharmützel gegen die Kum-Zwerge und ihre Verbündeten verwickelt, musste Mavras, seines Zeichens junger, tyrannischer König von Arongar, alle Reservekräfte in den Westen entsenden, um die Seefahrer zurückzudrängen.
“Wie konnte das passieren?”, fragte er sich immer wieder und hieb mit der Faust auf den Tisch.
Seit einigen Wochen schon hatte er keine Nachricht mehr aus dem Süden erhalten. So spielte Mavras mit dem Gedanken, selbst in den Süden zu gehen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Gerade als er sich schon fast entschlossen hatte, trat, unterwürfig wie immer, Hauptmann Geralt ein.
“Eine Nachricht, Herr! Ein Bote aus dem Süden!”, sagte er mit leiser und ängstlicher Stimme.
“Herein mit ihm!”, fuhr Mavras ihn an, doch erleichtert nahm er auf seinem Thron Platz. “Endlich, endlich”, dachte er bei sich.

Geralt verschwand kurz, um gleich darauf in Begleitung einer Botin wieder zu erscheinen. Irritiert bemerkte Mavras, dass Geralt lächelte, doch dann nahm er wieder die gebückte unterwürfige Haltung ein und Mavras vergass diesen Zwischenfall und wandte sich der Botin zu.
“Mein König...”, Geralt stockte und fuhr dann fort, “mein König, eine Botin aus dem Süden.” Nervös fuhr sich Geralt über die Lippen.
Die Botin trat drei Schritte vor, verbeugte sich knapp – immerhin so respektvoll, dass Mavras sie nicht auf der Stelle hinrichten lies.
Nach einem knappen Nicken des Königs begann Herlinde die Schöne, so der Name der Botin, ihren Bericht und schon die ersten Worte sagten Mavras, dass er viel zulange gewartet hatte. Der Süden war nicht mehr sicher, ja vielleicht noch viel schlimmer...
“Eure Majestät, selten zuvor fiel es mir schwerer, einen Bericht als Botin zu überbringen. Ich weiss seit dem Zeitpunkt, da ich diesen Auftrag erhalten habe, dass mein Leben verwirkt ist ...”
Mavras wollte schon aufspringen, doch Herlinde hob ihre Stimme an und fuhr fort.
“... doch hört nun meinen Bericht, den ihr nur dann vollständig zu hören bekommt, wenn ihr mich zu Ende kommen lasst.”
Mavras setzte sich wieder.

“Nach der schwierigen Überschreitung des Senn Flusses vor etwa acht Wochen marschierten wir, auf einen harten Kampf vorbereitet in Kumman ein. Doch nichts dergleichen erwartete uns, sondern ..., nun, wie soll ich es sagen ..., nichts. Es gab keinen einzigen Kum-Zwerg weit und breit zu sehen, ja nicht einmal eine Spur von ihnen.
Markon, der Bruder des Königs und Kommandant der Aronganischen Invasionsarmee, schickte Späher und schwer bewaffnete Trupps überall hin, doch nichts, keine Spur. Die ersten Dörfer fanden wir verlassen, dann die erste grössere Stadt – wieder nichts.
Nach etwa einer Woche stand das Heer vor Kum, der Hauptstadt des Feindes. Die vier Tore der herrlichen Stadt standen offen und kein Kum-Zwerg zeigte sich. Markon lies das Horn des Nordens blasen und zog in die Stadt ein. Uns war nicht wohl dabei, aber es mischte sich auch Triumph in unsere Gedanken. Dies schlug spätestens dann in Euphorie um, als die ersten Berichte über die gefüllten Schatzkammern der Stadt zu uns drangen. Markon lies alles auf den riesigen Marktplatz bringen und dies alleine dauerte zwei volle Tage. Dann war der Platz gefüllt. Ungeheure Schätze, Artefakte, Gold, Waffen und herrliche Rüstungen. Ich bekomme heute noch feuchte Augen, wenn ich an diesen Anblick denke.”
Herlinde fuhr sich über die Augen.
“Doch ich schweife ab. Markon befahl, dass jeder unserer Soldaten soviel Beute mitnehmen solle, wie er in der linken Hand und bei voller Ausrüstung tragen konnte.
Nun, was soll ich euch sagen, als der letzte Soldat sich seinen Anteil abgeholt hatte, war die Ansammlung an Schätzen nicht geringer geworden. So verging die folgende Woche eigentlich nur mit Feiern und ..., na ja, ihr wisst schon.

Am Beginn der folgenden Woche lies Markon seine Soldaten antreten und er sprach zu uns.”
Hier unterbrach Herlinde einen Moment ihren Bericht und holte eine Schriftrolle heraus und fuhr anschliessend fort.
“Dies, Eure Majestät, ist die Proklamation, die Markon an seine Soldaten und auch gleichzeitig an alle Nachbarländer verlautbaren lies.”
Beunruhigt rutschte Mavras von seinem Thron und stand auf. Er ahnte schon was jetzt kommen würde.
Herlinde hatte lächelnd kurz aufgeblickt und begann dann die Proklamation zu verlesen:

“Höret ihr Völker östlich des Kratersees. Ich, Markon, Prinz von Arongar, habe das Reich von Kumman mit seiner herrlichen Hauptstadt Kum eingenommen und rufe hiermit das neue Königreich der Menschen von Kumman aus und kröne mich, als Markon I., zum neuen König von Kumman.
Kumman wird den Frieden der Völker vermehren, doch wird es mit aller Macht zurückschlagen, sollte es angegriffen werden.
Ich werde mir erlauben, diese Botschaft in alle umliegenden Länder von treuen Gefährten überbringen zu lassen – seid gewiss, wenn ihr Hand an sie legt, werdet ihr die Macht dieses neuen Reiches zu spüren bekommen.
Gez. Markon I., König von Kumman.”

Herlinde schwieg, rollte die Schriftrolle zusammen und legte sie vorsichtig auf den Tisch links neben sich. Sie wusste schon, was jetzt kommen würde, Markon persönlich hatte sie drauf vorbereitet. Und das Geschehen nahm seinen Lauf...

...weiter geht die Geschichte im Modul und natürlich im Spiel selbst!
 

Die Monsterjäger
Das kleine Boot schaukelte jetzt schon tagelang über die kleinen Wellen des Drachenmeeres. Ungezählte Inseln hatte er besucht. Trotgorr der Schwarze, der mächtigste Orkkrieger seit Ulaks Untergang, war auf dem Weg zur Versammlung, doch er fand die richtige Insel nicht.
“Verdammt, verdammt,...”, immer wieder fluchte er vor sich hin, während seine kräftigen Arme die beiden Ruder ruhig und mit gleichmässigen Zügen durchzogen.
“Sie werden mich verfluchen, ja das werden sie.”

Und wieder steuerte er eine Insel an.
“Warum haben sie ausgerechnet mir meinen Kriegsdrachen gestohlen, warum mir?” Diese Frage stellte er sich in den letzten Tagen schon hunderte Male. “Und warum gerade jetzt?”
Wie so oft in den letzten Tagen grübelte er über das Geschehene nach, er hatte beim Rudern ja viel Zeit, um in sich zu gehen.
“Wenn ich diesen dreisten Dieb erwische, dann...”. Es blieb unausgesprochen und er war auch erneut abgelenkt, er hatte die Insel erreicht. Das kleine Boot glitt rasch in eine sanfte Bucht und es knirschte laut, als der Kiel des Bugs am Sand entlang fuhr.

Rasch sprang er auf, schnappte sich seine Ausrüstung, vor allem seine riesige Balrogaxt, und sprang ans Ufer. Ein schneller Blick. Nichts zu sehen, was nichts heissen will. Lächelnd blickte er die 35 kleinen Scharten auf dem Axtstiel an. 35 Monster hatte er eigenhändig erschlagen, die letzten erst vor zwei Tagen, einen vorwitzigen Blauen Drachen und irgend so ein namenloses Seeungeheuer, das sich eingebildet hatte, sein kleines Boot zu vernaschen. Jetzt diente es als Fischfutter, höchstens.
Nachdem er sich überzeugt hatte, dass keine Gefahr drohte, ging Trotgorr nochmals zum Boot, nahm den Rucksack mit der restlichen Ausrüstung und seinem Proviant, viel war nicht mehr übrig, und schnallte ihn sich um.
Dann hob er den Blick und marschierte auf den nahen Wald zu.

“Merkwürdige Bäume”, dachte er so bei sich, “diese Arten wachsen nicht bei uns zu Hause.”
Sein Ziel war der hohe Hügel hinter den Bäumen.
Es war nicht weit und am Hügel oben angekommen, kramte er, nicht wirklich überzeugt, seine Karte – seinen Schatz – hervor. Er versuchte die Tageszeit und damit die Himmelsrichtungen abzuschätzen und warf fast schon gleichgültig einen Blick auf die Karte, als er sie ausgerichtet hatte. Dann blickte er wieder auf und wieder auf die Karte... Trotgorr wusste gar nicht mehr, wie sich Freude anfühlte, doch jetzt erschauerte er vor Glück.
“JOHOO!” Ein lauter, kehliger Schrei entkam seinem hässlichen Mund.
Er warf den Rucksack und alles andere unnütze Zeug, das er mit sich schleppte, ab und fixierte die Karte und seine Umgebung genauer.
“Ja, hier im Osten ist eine Bergspitze mit steiler Klippe zum Meer. Stimmt. Im Norden die kleine Insel, kaum grösser als drei Versammlungshallen in Orkonia, auch richtig. Im Westen, ins Meer mündend, ein kleiner Bach und schliesslich im Süden, eine Lichtung... und es steigt Rauch auf!”

Und schon lag er am Boden, die Karte schwebte noch scheinbar in der Luft, bevor sie dann zu Seite schwebte und neben dem Rucksack landete.

...weiter geht die Geschichte im Modul und natürlich im Spiel selbst!

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